Die letzten Tage habe ich immer mehr Blogposts über die Entwicklung des Bloggens und vor allem die von Instagram gelesen und ich finde diese ebenfalls erschreckend.

Vorab: ich selbst bin nur eine Hobbybloggerin, die nicht groß Geld damit verdient, sondern einfach Spaß hat, Dinge mit anderen zu teilen. Daher habe ich auch lange überlegt, mich zu der Thematik überhaupt zu äußern, aber mir macht die Entwicklung auch schon irgendwie Angst.
Viele der Blogger beschäftigen sich mit dem Thema, in welche Richtung sich das ganze gerade bewegt, vor allem aber auch Insta. Jeder weiß, dass es sich bei Insta um eine totale Scheinwelt handelt und doch fasziniert sie viele und einige möchten ein Teil davon sein/werden und ihr Leben perfekt in Szene setzen. Mittlerweile geht es dabei gar nicht mehr darum, schöne Bilder oder Erlebnisse mit Freunden zu teilen, sondern einfach die größte Reichweite zu erzielen. Jeden Tag kommen hunderte neuer User dazu, die scharf darauf sind, „famous“ zu werden.

Wenn man dann eine gewisse Reichweite erlangt hat (sei es heutzutage durch Kaufen von Followern, f4f, l4l, Shoutouts und und und), beginnen Firmen auf dich aufmerksam zu werden. Alles schön und gut. Jeder freut sich, wenn er etwas „umsonst“ bekommt. Der einzige Preis: Teile es öffentlich. Wer findet es nicht toll, jeden Tag zu präsentieren, was er alles geschenkt bekommt, sei es verdient oder nicht.
Allerdings entsteht dadurch genau das, was denke ich viele Blogger sich schon seit längerem gedacht haben und wovor sich viele auch fürchten: das „Business“ geht langsam den Bach runter. Schaut euch zu dem Thema auch mal unbedingt die Beiträge von Franziskaela und Christina an, die bringen alles genau auf den Punkt.

Hier sind die Facts, wieso mir der Spaß am Bloggen und auch an Insta langsam vergeht:

Seit ein paar Wochen beobachte ich, wie bei Insta nichts mehr passiert, also ich sozusagen stehen bleibe. Dabei ging es immer kontinuierlich weiter. Mehr Follower, mehr Likes und auch mehr Leute, die Spaß daran hatten, mein Leben und meine Erlebnisse mit mir zu teilen. Ja, böse Zungen können jetzt daher kommen und behaupten: „Du bist doch nur like-geil“ ,  „wieso profilierst du dich über die Anzahl deiner Follower“ , „ist doch egal, wie viele deine Bilder liken“… Ja natürlich ist es egal und ich bemesse mich nicht an irgendwelchen Zahlen (schließlich gibt es noch wichtigeres: mein Privatleben), aber Bloggen und Instagram ist harte Arbeit und die Bezahlung ist eben in Form von „Likes“ und „Followern“. Auch wenn es nur ein Hobby ist. Allerdings hat sich bei Instagram der Algorithmus wohl maßgeblich verändert, sodass man kaum noch präsent ist. Ich merke es selbst bei meinen „Insta-Lieblingen“. Manchmal werden mir tage- oder wochenlang keine Beiträge angezeigt, bis ich selbst mal bei ihnen auf der Seite schaue, weil ich eben lange nichts von ihnen „gesehen“ habe. Und mit Erschrecken stelle ich fest, 50 neue Bilder, neue Haarfarbe etc. und ich habe nichts mitbekommen 😉 . Das finde ich schade. Schade für die anderen und schade auch für mich.
Was mir mittlerweile sehr bitter aufstößt, es macht mittlerweile JEDER einen auf „Influencer“. Als ich damals in 2012/2013 angefangen habe, gab es echt wenig erfolgreiche „Infulencer/Blogger“ und die, die sich in den letzten Jahren entwickelt haben (Farina, Caro, Pamela etc.), haben es auch verdient und ich bewundere ihr Motivation und ihren Lebensstil. Aber natürlich streben viele danach und wollen auch einen auf „Insta-It-Girl“ machen und mit Werbegeschenke überhäuft werden. Klar gibt es welche, die es auch verdient haben/hätten, aber wenn ich mir einige Profile angucke, muss ich manchmal doch schon echt grinsen. JEDER postet nur noch dasselbe. Natürlich zähle ich mich dabei nicht raus, aber es ist doch heftig, wie viele Profile einfach gleich aussehen.
Dann gibt es da noch die Support Gruppen (war ich auch schon drin, ist mir persönlich zu stressig), Apps etc. . Wobei ich sagen muss, dass ich dies mittlerweile gar nicht mehr so verwerflich finde, da sonst ja auch nicht viel passiert, wenn man nicht 24h aktiv ist und Bilder liked und kommentieret. Muss jeder selbst entscheiden und vor allem mit seinem Gewissen vereinbaren.

                                  

Ehrlichkeit kennt man bei Instagram schon seit langem nicht mehr. So werden über Nacht tausende von Follower gekauft, Dinge gepostet, die einem selbst nicht gehören oder von Mami und Papi bezahlt wurden und man wird über Nacht „zum Star“. Aber am nervigsten und auch erschreckendsten finde ich wirklich diejenigen, die anfangen sich (auch in der Realität) „famous“ zu fühlen. Die nie auf Kommentare reagieren, die einen auf unnahbar machen, wenn man ihnen eine Frage stellt und gleich ne Story draus gemacht wird: „es fragen mich immer soooo viele, deswegen mache ich jetzt ein Video….“. 
Wie Christina in ihrem letzten Beitrag von der Fashion Week berichtet hat: die Girls verhalten sich zum Teil einfach auch noch daneben. Und das kann ich mir auch sehr gut vorstellen. Will man dazu gehören? Also ich definitiv nicht. Viele vergessen zum einen, woher sie kommen, wer sie sind und ich will ja nicht aufmüpfig klingen, aber ich wette, einige (nicht alle!!!) haben nicht mal eine abgeschlossene Ausbildung oder einen richtigen Job gehabt.

Welche Profile mir aber (verzeiht mir den Ausdruck) richtig auf den Sack gehen, sind die, die einfach alles! an Werbegeschenken annehmen und ihr Profil damit vollklatschen. Mädels: jeder zappt beim Fernsehen die Werbung weg, denkt mal darüber nach 😉 .
Natürlich freue ich mich auch über das ein oder andere „Geschenk/Produkt“ und teile es auch gern mit euch, aber mittlerweile habe ich extreeeeem Abstand davon genommen. Schließlich gehe ich nur noch Kooperationen ein, von denen ich auch überzeugt bin oder die ich gern testen möchte. Ihr könnt euch aber auch bei mir darauf verlassen, dass ich offen und ehrlich meine Meinung dazu äußere. Daran halten sich leider wenige. Viele posten, ich nenne es mal vorsichtig „Schrott“. Dabei ist ihnen oft nicht bewusst, dass viele ihr hart erspartes oder verdientes Geld in diesen „Schrott“ investieren, weil es ihr Liebling bei Insta gepostet hat.
Womit ich zum nächsten Fact komme: so viele der Hobbyblogger posten Bilder und Beiträge „for free“, somit geht die Wertschätzung der Blogger und deren Arbeit, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen, langsam den Bach runter. Dazu hat sich Franziskaela in ihrem Beitrag geäußert und mir ist dies jetzt erst richtig bewusst geworden und hat mir die Augen geöffnet.  Wir fangen an uns alle selbst in den Weg zu stehen.
Außerdem frustriert es mich mittlerweile selbst, wenn Firmen einem einfach nicht mal eine Aufwandsentschädigung zahlen. Schließlich haben Blogger eine weitaus beeinflussendere Reichweite, als eine Werbung in einer Zeitschrift. Abgesehen davon, steckt echt viel Arbeit hinter den Beiträgen und Bildern und diese wird dann leider von vielen nicht „belohnt“. Traurig. 

Ein weiteres Problem ist, dass jeder nur noch nach Perfektionismus strebt. So werden Bilder mit Photoshop bearbeitet, Nasen verkleinert, Bauchmuskeln hervorgehoben, Cellulite retuschiert und und und. Ist es nicht deprimierend, nur noch perfekte Bilder zu sehen? Nur noch Modelfotos, selbst von denen, die mal mit einem Selfie vor einem Spiegel angefangen haben? Am Anfang fand ich das ganze Insta-Ding noch so toll, weil man seine Filter hatte und somit seine Welt etwas schöner aussehen lassen konnte. Jeder verwendet mindestens 2-3 Apps, um seine Bilder zu bearbeiten. Ich persönlich nutze nur  zwei Apps, die Bilder aufhellen oder einen coolen Filter drüber packen. Das wars. Schließlich macht ein perfektes Bild keine App oder ein Programm, sondern derjenige hinter der Kamera. 

Ich hoffe ihr habt verstanden, dass ich mit diesem Beitrag nicht alle über einen Kamm scheren will und auch manche Dinge auf mich zutreffen!
Es gibt auch unheimlich liebe, authentische und vertrauenswürdige Mädels bei Insta!!! Und dafür liebe ich es auf der anderen Seite auch.

Wie ist eure Meinung dazu? Betrifft es euch selbst oder macht ihr euch gar keine Gedanken? Welche Art von Profilen mögt ihr am liebsten und was nervt euch so?

Ich freue mich über jeden (konstruktiven) Kommentar von euch! 🙂

 

Eure 

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